Wie erkennt man ein gutes Zelt?
Viele sehen dem Abenteuer Zelten mit gemischten Gefühlen entgegen. Mancher Ältere erinnert sich noch an den Film „Immer die Radfahrer“, wo sich Heinz Erhardt und Hans-Joachim Kulenkampff verzweifelt bemühen, ihr Zelt in eine akzeptable Form zu bringen. Aber diese Zeiten sind längst vorbei. Dank hochmoderner Materialien und dem meist problemlosen Aufbau ist das Zelt durchaus eine Alternative zum Hotel. Voraussetzung ist natürlich eine gute Zeltqualität. Um das herauszufinden, muss der angehende Freiluftfan einiges beachten. Doppeldachzelte bestehen aus einem Innenzelt (Mückenschutz!) und einem möglichst wasserdichten Außenzelt. Der Vorteil: Im Innenzelt liegt man trocken, ohne von Kondenswasser belästigt zu werden. Innen- und Außenzelt sollten so miteinander verbunden sein, dass sie mühelos gleichzeitig aufgebaut werden können. Welche Beschichtung sollte ein Zelt aufweisen? PVC-beschichtete Zelte sind preiswert, aber schwer. Etwas besser ist da eine Acryl-Beschichtung. Aluminiumbeschichtete Zelte lassen es im Innern erheblich dunkler werden. Als bestes Material hat sich Silikon erwiesen. Der Zeltstoff ist dann auch reißfester und hat eine erhöhte UV-Stabilität. Das Zelt sollte eine möglichst hohe Wasserdichtigkeit aufweisen. Stoffe, die nicht mindestens einen Wassersäulenwert von 1500 mm haben, gelten als nicht wasserdicht. Auch die Verarbeitung der Stoffe ist von Bedeutung. Wer ein qualitativ hochwertiges Zelt kaufen möchte, achte auf stabile und saubere Nähte, die in vielen Fällen auch noch zusätzlich behandelt wurden. Außenzelte werden aus ganz unterschiedlichen Materialien gefertigt: Baumwollzelte sind atmungsaktiv, können wiederholt imprägniert werden, trocknen allerdings langsamer und sind schwerer als Kunststoffzelte. Nylon ist sehr stabil, aber UV-Licht empfindlich. Außerdem dehnt es sich, wenn es nass wird, sodass man das Zelt nachspannen muss. Ein sehr hochwertiges Material ist GoreTex: atmungsaktiv, wasser- und winddicht und zudem leicht. Der Nachteil: ein hoher Preis. Auch auf das Material des Zeltgestänges sollte man Wert legen: Stahl ist aufgrund seiner Schwere nur für große Gruppenzelte geeignet und Glasfiberstäbe brechen relativ leicht. Aluminiumstäbe lassen sich leicht miteinander verbinden dank eines Gummizuges im Innern. Allerdings gibt es bei Aluminium auch Qualitätsunterschiede. Als Faustregel gilt: je dicker der Durchmesser des Gestänges, desto stabiler das Zelt. Zelte können verschieden geformt sein. Zwei Formen haben sich mittlerweile durchgesetzt: Tunnel- und Kuppelzelte. Tunnelzelte ähneln einem halben Zylinder. Das Zelt trägt sich nicht selber (wie das Kuppelzelt), muss also mit mehr Heringen befestigt werden. Es bietet allerdings sehr viel Raum im Innern und eine bequeme Höhe. Kuppelzelte (auch Iglo-Zelte genannt) sind selbsttragend und können mit sehr wenigen Heringen befestigt werden. Zwar bieten auch sie viel Innenraum, aber weniger Raum für Gepäck.