Qualitätskriterien beim Zeltkauf

Posted by By at 18 February, at 21 : 17 PM Print

Beim Kauf eines Zeltes sollte man folgende Dinge überprüfen: das Platzangebot, die Zeltform, die Wasserdichtigkeit, die Stabilität und das Gewicht. Halten alle diese Qualitätskriterien der Überprüfung stand, hat man auch lange Freude an seinem Zelt. Zunächst einmal stellt man Überlegungen zum Platzangebot an. Zwar wird die Größe von Zelten in der Regel mit Personenzahlen angegeben, doch das sagt lediglich aus wie viele Personen im Zelt Platz finden. Der Stauraum für Gepäck wird hier nicht angegeben. So sollte man sich also nicht nur Gedanken über die Schlafplätze machen, sondern auch wie viel Gepäck mitgenommen werden soll. Vorteilhaft sind da zum Beispiel Zelte mit 2 kleinen Vorzelten, Apsis genannt.

Dies ist dann schon das nächste Prüfkriterium: die Zeltform. Die üblichen angebotenen Zelte sind das Kuppelzelt und das Tunnelzelt. Bei dem Kuppelzelt werden zwei Gestängebögen gekreuzt und bilden das Basiszelt. Der dritte Gestängebogen bildet die Apsiden. Dieser Zelttyp ist recht leicht aufzubauen und benötigt auch nicht unbedingt oder nur wenige Verankerungen. Es eignet sich am besten für problematische Untergründe. Das Tunnelzelt besteht aus mindestens zwei hintereinander aufgestellten Gestängebögen für das Basiszelt. Durch zusätzliche Gestänge kann ein großes Vorzelt aufgestellt werden, was sich positiv auf den Stauraum auswirkt. Nachteil dieser beiden Zeltarten ist die relativ große Wind- Angriffsfläche, gepaart mit kleiner Stabilität auf Grund der wenigen Gestängebögen. Um die Windangriffsfläche beim Tunnelzelt zu minimieren, muss man es in Windrichtung aufbauen, was nicht immer so einfach ist. Bessere Werte bieten hier geodätische Zelte. Geodätische Zelte sind eine Weiterentwicklung der Kuppelzelte. Sie haben meist vier Stangen, die sich mehrmalig kreuzen und daher sehr windstabil sind, mehr Bewegungsfreiheit innerhalb des Zeltes bieten, jedoch beim Aufbau mehr Zeit benötigen und schwerer sind.

Das dritte Prüfkriterium ist die Wasserdichtigkeit, eines der relevantesten Qualitätsmerkmale bei Zelten. Es wird angegeben durch die sogenannte „Wassersäule“, die ausdrückt, welchen Wasserdruck das Außenzelt aushält, bevor Wasser eintritt. Wichtig ist diese Angabe auch für den Zeltboden, da durch das darauf lastende Gewicht ein hoher Wert benötigt wird. In regenintensiven Gebieten empfiehlt sich eine Wassersäule von 8.000 – 10.000 mm um Trockenheit im Zelt zu garantieren. Gebiete mit nur vereinzelten Regenschauern benötigen für den Zeltboden 5.000 mm WS, für das Außenzelt werden 3.000 – 5.000 mm WS empfohlen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass das Überzelt straff und ohne Mulden und Falten abgespannt ist. Die Wasserdichtigkeit wird beim Zelt durch die Beschichtung erreicht. Hier steckt allerdings der Teufel im Detail: PU wird als Beschichtung in mehreren Lagen aufgetragen, was leider die Reißfestigkeit des Zeltgewebes beeinträchtigt. Wenn das Zelt reißt, nützt also auch der höchste Wassersäulen- Wert nichts. Die hochwertigste, aber auch teuerste Beschichtung ist die aus Silikon. Sie beeinträchtigen nicht die Reißfestigkeit, erhöhen noch dazu die UV- Beständigkeit und Regen perlt besser ab.

Der nächste Augenmerk sollte auf die Windstabilität gerichtet werden, was vor allem wichtig für Zeltausflüge in ungeschützte und stürmische Gegenden ist. Die besten Eigenschaften haben hier geodätische Zelte, gefolgt von Kuppelzelten, das Schlusslicht bilden Tunnelzelte. Wichtig ist für diesen Punkt auch das Gestänge, das das Zelt in Form hält. Den besten Kompromiss zwischen Flexibilität und Stabilität bieten Alu-Gestänge. Fiberglas ist abzulehnen, da instabil. Relativ neu auf dem Markt sind hülsenlose Gestänge, die den Schwachpunkt „Hülsen“ beseitigen. Sich vor dem Kauf genügend Gedanken über den Einsatzzweck des Zeltes zu machen, macht Sinn wenn man über das Gewicht des Zeltes nachdenkt. Hier muss man Kompromisse schließen, denn ein sehr leichtes Zelt trägt man zwar besser, man muss aber mit Einbußen beim Platzangebot, Wasserdichtigkeit und Stabilität rechnen.

Wer beim Zeltkauf also von Anfang an auf die richtigen Kaufkriterien achtet und sich vom Fachhändler umfassend beraten lässt, erlebt auch keine böse Überraschung, wenn es wieder mal schlechtes Outdoor-Wetter ist!

Zelte

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